Biografie und die interessantesten Fakten aus dem Leben von Lida Gustava Heymann

In der Geschichte Hamburgs gibt es viele Aktivistinnen, die schon vor Jahrhunderten mit progressiven Ideen das gesellschaftliche Denken beeinflusst haben. Eine bedeutende Rolle spielte dabei die feministische Bewegung, zu deren Teilnehmerinnen die Hamburgerin Lida Gustava Heymann gehörte. Sie war eine der ersten Aktivistinnen und Kämpferinnen für Frauenrechte. Ihr Name ist vielen heute unbekannt, doch sie zählt zu den prominentesten Vertreterinnen der radikalen bürgerlichen Frauenbewegung. Wie hat eine Frau das Schicksal Tausender verändert? Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel auf hamburgka.eu.

Biografische Informationen

Lida Gustava Heymann wurde am 15. März 1866 in Hamburg in einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie geboren. Sie wuchs mit vier Schwestern in einem gebildeten Umfeld auf. Dank des Wohlstands ihrer Familie erhielt sie eine erstklassige Ausbildung: zunächst im Elternhaus, später an einer Mädchenschule in Hamburg. Von 1884 bis 1885 besuchte sie ein Internat in Dresden. Nach ihrer Rückkehr nach Hamburg begann sie, an einer Schule für finanziell benachteiligte Kinder zu unterrichten.

Nach dem Tod ihres Vaters erbte Gustava Heymann ein beträchtliches Vermögen, das sie später für ihre aktivistische Tätigkeit einsetzte.

Gustava Heymann: Aktivistin oder Wohltäterin?

Mit dem Erbe ihres Vaters gründete Gustava Heymann in Hamburg die erste Volksküche für Frauen, einen Kindergarten und eine Beratungsstelle. Ihre Einrichtungen gelten als Vorläufer der deutschen Frauenhäuser, die in den 1970er-Jahren populär wurden. Sie war auch Mitbegründerin einer höheren Schule und engagierte sich für die Schaffung beruflicher Vereinigungen für Frauen.

Gustava Heymann war zudem aktiv in der Abolitionistenbewegung, die die Abschaffung der Prostitution und staatlicher Regulierungen forderte. Gemeinsam mit der Schriftstellerin Anna Pappritz gründete sie die Internationale Föderation der Abolitionisten, die ihr Engagement für die Frauenrechte maßgeblich prägte.

Engagement für Frauenrechte

Gustava Heymann begann ihre Arbeit in der Allgemeinen Deutschen Frauenvereinigung, wechselte jedoch später zur radikalen Frauenbewegung. Dort traf sie ihre Lebens- und Arbeitspartnerin Anita Augspurg, die erste promovierte Juristin Deutschlands. Gemeinsam gründeten sie 1899 den Verband fortschrittlicher Frauenorganisationen und später die Deutsche Vereinigung für Frauenwahlrecht in Hamburg.

1898 gründete Gustava Heymann die Organisation „Industrie“, die ein Arbeitsvermittlungsbüro und eine Handelsschule für Frauen umfasste. Ein Jahr später folgte die Gründung der Gemeinschaft „Frauenwohl“, die Frauen Arbeitsplätze und Unterstützung bot.

Zusätzlich engagierten sich Heymann und Augspurg als Herausgeberinnen der Zeitschrift Frau im Staat, die feministische und demokratische Themen behandelte.

Der Erste Weltkrieg und die Frauenbewegung

Der Erste Weltkrieg war ein Wendepunkt für die deutsche Frauenbewegung. Zunächst unterstützte Heymann die Nationale Frauendienstbewegung, wandte sich später jedoch dem radikalen Pazifismus zu und organisierte die Friedensbewegung. 1915 nahm sie am Internationalen Frauenfriedenskongress in Den Haag teil, der als Grundlage für die Gründung der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit diente.

Leben im Exil

Nach Hitlers Machtergreifung 1933 gingen Gustava Heymann und Anita Augspurg ins Exil in die Schweiz. Dort schrieben sie Artikel gegen das NS-Regime und setzten ihre Arbeit für den Frieden fort. Aufgrund ihrer Opposition wurde ihr Eigentum in Deutschland beschlagnahmt, und ihre Arbeiten gingen verloren. Heymann starb 1943 in Zürich.

Vermächtnis von Gustava Heymann

Trotz ihres relativ kurzen Lebens hinterließ Gustava Heymann ein beeindruckendes Erbe. Ihre Organisationen legten den Grundstein für die feministische Bewegung in Deutschland. Sie inspirierte viele Frauen, sich für ihre Rechte einzusetzen. Bis heute werden drei ihrer Memoiren studiert, und mehrere Straßen sowie Preise tragen ihren Namen.

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