Der Zweite Weltkrieg brachte Hamburg Zerstörung, Angst um die Zukunft und extreme Lebensbedingungen. Aufgrund der hohen Anzahl an Fabriken wurde die Stadt zum Ziel von Luftangriffen. In diesen bedrohlichen Zeiten mussten die Menschen ihren Alltag bewältigen. Mehr zu hamburgka.eu.
Frauen im Krieg: Neue Realitäten und Herausforderungen
Der Krieg veränderte das Leben der Frauen radikal. Während die Männer an die Front geschickt wurden, mussten sie nicht nur den Haushalt führen und sich um die Kinder kümmern, sondern wurden später auch in die Kriegswirtschaft eingebunden. Ihre Opferbereitschaft und harte Arbeit hinterließen nachhaltige Spuren in der Geschichte der Metropole.
Arbeit in den Fabriken
Zu Beginn des Krieges änderte sich das Leben der Hamburgerinnen kaum. Das NS-Regime wollte Stabilität im Hinterland bewahren. Doch mit der Einberufung der Männer wurden Frauen zunehmend in die Berufswelt integriert. Sie ersetzten die Männer in vielen Bereichen und bewiesen, dass sie ebenso leistungsfähig waren.

Um den Arbeitskräftemangel auszugleichen, arbeiteten Frauen in Fabriken und Werften. Dies war oft gefährlich und körperlich anstrengend. In der „Werft Blohm & Voss“ produzierten sie Kriegsschiffe, montierten Bauteile und lackierten Rümpfe. In der „Deutsche Werft AG“ bauten sie U-Boote und waren als Schweißerinnen oder Dreherinnen tätig. Auch in der Flugzeugfabrik „Flugzeugwerk Hamburg“ arbeiteten sie als Näherinnen.
Frauen übernahmen nahezu alle Tätigkeiten, die zuvor Männer ausführten. Gleichzeitig wurde die Arbeitszeit auf bis zu 50 Stunden pro Woche erhöht, während die Löhne und Sozialleistungen stagnierten.
Viele Frauen arbeiteten zudem als Ärztinnen, Scharfschützinnen oder Spioninnen. Die von Spioninnen gesammelten Informationen waren entscheidend für militärische Gegenmaßnahmen. Ihre Rolle im Krieg trug später auch zur Stärkung der Frauenrechte bei. Gegen Ende des Krieges wurden sie in der Gesellschaft zunehmend anerkannt.
Die Bombardierung Hamburgs
Nach Kriegsbeginn blieb Hamburg acht Monate lang weitgehend sicher, doch schließlich wurde die Stadt, insbesondere während der Operation „Gomorrha“, schwer bombardiert. Die ersten Bomben fielen im Mai 1940, aber der verheerendste Luftangriff erfolgte im Juli und August 1943. Die Stadt war auf den Schutz der Bevölkerung kaum vorbereitet. Frauen und Kinder mussten in halb zerstörten Kellern Zuflucht suchen, da es nicht genug Bunker gab.

Insgesamt wurden 8.500 Tonnen Brand- und Sprengbomben auf Hamburg abgeworfen, was immense Zerstörungen und zahlreiche Todesopfer zur Folge hatte. Frauen suchten verzweifelt nach Schutz, doch viele Bunker waren überfüllt. Besonders in Borgfelde, Hammerbrook und Hamm gab es so heftige Feuerstürme, dass es kaum Möglichkeiten zur Flucht gab. Diejenigen, die blieben, halfen, Trümmer zu beseitigen und Verletzte zu versorgen. Sie spielten auch eine entscheidende Rolle beim Wiederaufbau der Infrastruktur.
Viele Frauen und Kinder wurden obdachlos oder kamen ums Leben. Sie organisierten provisorische Unterkünfte, kochten Mahlzeiten und errichteten Feldlazarette. Die Lage war so prekär, dass selbst sauberes Trinkwasser schwer zu finden war.
Soziales Leben in Kriegszeiten
In der Kriegszeit herrschte ein akuter Mangel an Lebensmitteln und Waren. Frauen standen in langen Schlangen, um Rationen zu erhalten oder Kleidung und Haushaltsgegenstände zu tauschen. Lebensmittelkarten wurden zum Alltag. Mütter schlossen sich zusammen, um sich gegenseitig zu unterstützen und verwundete Soldaten zu pflegen. Wohltätigkeitsaktionen wurden organisiert, um Kriegswaisen und Witwen zu helfen.
Viele Frauen unterrichteten weiterhin Kinder, oft heimlich oder in improvisierten Schulen in Bunkern oder auf dem Land. Sie sammelten Lehrbücher, organisierten Unterricht und gaben den Kindern Halt in schwierigen Zeiten.
Gleichzeitig beteiligten sich einige Frauen aktiv am Widerstand. Sie verteilten heimlich antifaschistische Flugblätter und versteckten jüdische Familien und Kinder. Diese Tätigkeiten waren extrem gefährlich, doch viele riskierten ihr Leben für die Gerechtigkeit.
Fälle von sexueller Gewalt durch Wehrmachtssoldaten sind bis heute nicht ausreichend erforscht. Solche Verbrechen wurden oft ignoriert, da sie als Mittel der Kriegsführung zur Einschüchterung und Unterdrückung galten.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs
Der Krieg veränderte nicht nur das Alltagsleben der Hamburger Frauen, sondern prägte auch ihre Gefühle und Gedanken. 1945 lag Hamburg in Trümmern, und der Wiederaufbau lastete großteils auf ihren Schultern. Sie arbeiteten auf Baustellen, reparierten Straßen und Brücken, kümmerten sich um soziale Belange und unterstützten Waisen und Veteranen.
Die Frauen Hamburgs bewiesen Mut, Widerstandskraft und die Fähigkeit, sich extremen Bedingungen anzupassen. Trotz aller Herausforderungen hielten sie zusammen, bewahrten ihre Menschlichkeit und legten den Grundstein für den Wiederaufbau der Stadt nach dem Krieg.