Wie Helene Lange für Frauenrechte kämpfte: Biografie der Gründerin des Feminismus in Hamburg

Wissen Sie, wann und wie die feministische Bewegung in Deutschland entstand? Wie in vielen anderen Ländern entwickelte sich der moderne Feminismus in Deutschland Ende des 19. Jahrhunderts. In dieser Zeit begannen einzelne Frauen und Organisationen, für Frauenrechte zu kämpfen und Druck auf staatliche Institutionen auszuüben, um das Frauenwahlrecht durchzusetzen. Der Feminismus wurde zusätzlich durch die Geschlechterungleichheit im Bildungswesen angefacht, da Frauen lange Zeit der Zugang zur Hochschulbildung verwehrt blieb.

Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Epoche war Helene Lange, eine Symbolfigur der deutschen und internationalen Frauenbewegung. Sie gilt als Gründerin des Feminismus in Hamburg und Deutschland insgesamt. Wer war Helene Lange? Wie verlief ihr Kampf für Frauenrechte, und welche Erfolge erzielte sie? Mehr dazu in unserem Artikel auf hamburgka.eu.

Biografische Fakten

Helene Lange wurde am 9. April 1848 in Oldenburg als Tochter des Geschäftsmanns Carl Theodor Lange geboren. Bereits in jungen Jahren musste sie Schicksalsschläge hinnehmen: Ihre Mutter starb an Tuberkulose, als Helene sechs Jahre alt war, und ihr Vater verstarb 1864. Danach kam sie unter die Obhut des süddeutschen Klerus. Ein Jahr lang lebte sie im Haus des Pastors und Schriftstellers Max Eyth. Dort erkannte Helene zum ersten Mal die eingeschränkten Möglichkeiten und den untergeordneten Status von Frauen im Vergleich zu Männern.

Der Beginn des Kampfes für Frauenrechte

Helene Lange setzte sich intensiv für ihre eigene Bildung ein und arbeitete zunächst als Lehrerin und Erzieherin. Sie erkannte früh, dass Frauen in Deutschland im Bildungswesen massiv benachteiligt wurden. Sie trat der Vereinigung Deutscher Lehrerinnen und Erzieherinnen bei und gründete Seminare für Frauen, um ihnen den Zugang zur Bildung zu erleichtern. 1887 veröffentlichte sie das Pamphlet Die höhere Mädchenschule und ihre Bestimmung, in dem sie scharf die Bildungsungleichheit kritisierte.

1889 gründete sie in Berlin Kurse für Frauen an höheren Schulen, die den Teilnehmerinnen den Zugang zur Universität ermöglichten. Die ersten Absolventinnen ihrer Kurse bestanden erfolgreich die Aufnahmeprüfungen am Königlichen Gymnasium in Berlin.

Politische Tätigkeit und Einfluss auf den Feminismus in Deutschland

Helene Lange wurde 1890 Mitbegründerin des ersten feministischen Magazins Die Frau, das sich der Förderung von Frauenrechten widmete. Ihre politische Aktivität brachte sie auch in die Leitung der Allgemeinen Frauenvereinigung, wo sie sich unermüdlich für das Frauenwahlrecht einsetzte.

Ihre öffentliche Präsenz und Reden stärkten den Einfluss der feministischen Bewegung in Deutschland. Trotz gesundheitlicher Probleme blieb sie eine zentrale Figur des deutschen Feminismus.

Helene Lange im Ersten Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs unterstützte Helene Lange die Nationale Frauendienstbewegung, die Frauen auf die Kriegsarbeit vorbereitete. Von 1917 bis 1920 lebte sie in Hamburg, wo sie die Soziale Frauenschule gründete und dort als Lehrerin tätig war. Später wurde sie in das Hamburger Parlament gewählt.

Eine unbekannte Seite von Helene Lange

Helene Lange war nicht nur eine führende Figur des Feminismus, sondern auch eine vielseitige und faszinierende Persönlichkeit. Sie vermied es, persönliche Gefühle und Gedanken preiszugeben, und konzentrierte sich auf ihre Mission, Frauenrechte und Bildungsgerechtigkeit voranzutreiben. Ihr Ziel war es, die Gesellschaft, in der Männer dominierten, gerechter zu gestalten.

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