Karen Horney – eine bekannte Psychoanalytikerin des 20. Jahrhunderts

Karen Horney war eine erfolgreiche deutsche Psychoanalytikerin, die als eine der ersten Wissenschaftlerinnen in der Welt der Psychologie bekannt wurde. Die gebürtige Hamburgerin ging auch als Autorin in die Geschichte ein, deren Werke noch heute von Psychologiestudierenden gelesen werden. Karen kritisierte die Theorien des damals führenden Psychoanalytikers Sigmund Freud, führte eigene Forschungen durch und widmete sich insbesondere den Themen Verhalten und der Stellung von Frauen in der Gesellschaft.

Interessanterweise verdankt Karen Horney ihren Erfolg in der Psychiatrie harter Arbeit an sich selbst und familiären Problemen, mit denen sie bereits in ihrer Jugend konfrontiert war. Nach der Überwindung einer schweren Depression und der Arbeit an ihrem Selbstwertgefühl widmete sie ihr Leben einer erfolgreichen Karriere als Psychiaterin. Mehr dazu auf hamburgka.eu.

Fakten aus ihrer Jugend und erste Schritte zum Erfolg

Karen Horney wurde 1885 in Blankenese (heute Hamburg) geboren. Ihre Eltern waren wohlhabend, und ihre Familie schien nach außen hin vorbildlich zu sein. Doch erst Jahrzehnte später erzählte Karen in ihren Werken von den Schwierigkeiten ihrer Kindheit. Ihr Vater war überzeugt, dass Männer Frauen in jeder Hinsicht überlegen seien, und vermittelte ihr das Gefühl von Minderwertigkeit. Während er seinen Söhnen viel Aufmerksamkeit schenkte, erhielt Karen nur gelegentlich Geschenke.

Auch ihre Mutter zeigte wenig Zärtlichkeit und Fürsorge, die Karen so dringend gebraucht hätte. Bereits in der Grundschule begann sie unter Minderwertigkeitsgefühlen zu leiden. Die emotionale Kälte ihrer Eltern und die Verachtung ihrer Brüder führten dazu, dass sie sich in sich selbst zurückzog. Hinzu kam, dass sie sich unattraktiv fühlte. Statt sich darüber zu beklagen, beschloss sie, sich ganz dem Lernen zu widmen.

In ihrer Schulzeit träumte Karen davon, Ärztin zu werden. Mit 21 Jahren gelang ihr der Eintritt in die Universität Freiburg. Diese Hochschule war die erste in Deutschland und eine der ersten in Europa, die Frauen das Studium der Medizin ermöglichte. Von da an nahm die Medizin, insbesondere die Psychiatrie, einen zentralen Platz in ihrem Leben ein.

Persönliches Drama

Während ihres Studiums lernte Karen ihren zukünftigen Ehemann kennen. 1910 heiratete das Paar, und bald darauf bekamen sie drei Töchter. Doch Karen war nicht glücklich in ihrer Ehe. Es fiel ihr schwer, sich allein um die Kinder zu kümmern und gleichzeitig zu studieren. Hinzu kamen ihre anhaltenden Selbstzweifel und die schwierige Beziehung zu ihrem Mann. Häufige Streitigkeiten, der Tod ihrer Mutter und andere Probleme führten Karen in eine schwere Depression.

Am Rande des Suizids suchte sie psychologische Hilfe bei einem Schüler Sigmund Freuds. Nach einer mehrjährigen Therapie erklärte Karen diese jedoch für ineffektiv. Doch die Arbeit mit Freuds Mitarbeiter weckte ihr Interesse an der Psychoanalyse. Nach 16 Jahren Ehe ließ sie sich scheiden. Nachdem sie sich selbst aus ihrer Depression befreit hatte, widmete sie sich voll und ganz der Psychologie, Psychotherapie und Soziologie.

Beitrag zur Psychologie

Karen Horney wurde nach ihrem Umzug in die USA zu einer gefragten und bekannten Psychiaterin. 1932 nahm sie ein Angebot an, am Psychoanalytischen Institut in Chicago zu arbeiten. Damit ließ sie nicht nur Europa, sondern auch ihre Depression hinter sich. Nach einigen Jahren, in denen sie eine erfolgreiche Psychoanalytikerin wurde, zog sie nach New York, wo sie die Association for the Advancement of Psychoanalysis gründete.

In Amerika veröffentlichte Horney zahlreiche Werke und Bücher. Eines ihrer erfolgreichsten war „The Neurotic Personality of Our Time“, ein Buch, das sich mit der Beschreibung von Menschen mit Neurosen befasst. Karen war der Ansicht, dass es in der Gesellschaft weit mehr Menschen mit erhöhten Ängsten, neurotischen und anderen Störungen gibt, als gemeinhin angenommen wird. Dies sei ein Grund, warum viele Menschen sich nicht glücklich fühlen – sie können das Leben nicht genießen oder mit Stress, Ängsten und Sorgen umgehen.

Die Ideen, für die Karen Horney bekannt ist

Karen Horney widmete viel Zeit der Erforschung verschiedener Formen von Neurosen. Sie widersprach Freuds Theorie, dass der Mensch ein „asoziales Wesen unter der unüberwindbaren Herrschaft der Instinkte“ sei. Karen bewies, dass das Verhalten eines Menschen von vielen Faktoren beeinflusst wird, darunter seine Vergangenheit, Erfahrungen und Ängste. Diese Faktoren seien jedoch korrigierbar und keine Entschuldigung für asoziales Verhalten.

Außerdem befasste sie sich intensiv mit der Psychologie der Frau. Sie widerlegte Freuds Theorie der männlichen Überlegenheit und die Idee, dass Frauen die Rolle der Männer beneiden würden. Karen argumentierte, dass nur Frauen, die unter bestimmten Neurosen leiden, von Männern abhängig seien. Psychisch gesunde Frauen seien vollkommen eigenständig. Moderne Feministinnen in Europa und den USA sehen Karen Horney als eine der ersten bekannten Frauen, die die Grundlagen des Feminismus gelegt haben.

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