Eine der bekanntesten Unternehmen, die seit dem späten 20. Jahrhundert den Versandhandel revolutioniert hat, ist bonprix. In den 1980er- und 1990er-Jahren galt es als Zeichen guten Geschmacks, Kleidung bequem aus dem Katalog zu bestellen. Mehr zu hamburgka.eu.
Die Anfänge von bonprix
Die Erfolgsgeschichte von bonprix begann 1986 in Hamburg. Zu Beginn bestand das Unternehmen aus nur zehn Mitarbeitern, die in einem Einfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Bramfeld arbeiteten. Die Waren wurden in farbenfrohen Katalogen präsentiert, die monatlich erschienen. Ziel war es, Mode für alle zugänglich zu machen und aktuelle Trends einem breiten Publikum zu bieten.
bonprix ist eine Tochtergesellschaft der Otto Group, die bereits seit den 1950er-Jahren im Versandhandel tätig ist. Eine Besonderheit von bonprix ist das zweigleisige Bestellsystem: Die Ware stammt entweder aus Europa oder aus Fernost. Europäische Artikel sind in der Regel teurer, werden jedoch schneller geliefert. Kleidung aus Asien ist günstiger, hat jedoch längere Lieferzeiten.
Laut den ehemaligen und aktuellen Geschäftsführern von bonprix, Hans-Joachim Mundt und Marcus Ackermann, blieben die Preise im Sortiment über die Jahre weitgehend stabil.
Wachstum und Expansion
Bereits drei Jahre nach der Gründung erreichte bonprix einen Umsatz von 100 Millionen D-Mark. Durch die Erweiterung der Unternehmensstrukturen konnte das Wachstum weiter gesteigert werden. Im Jahr 2010 erreichte der Jahresumsatz eine Rekordsumme von 1,1 Milliarden Euro.
Jährlich bearbeitet bonprix rund 23 Millionen Bestellungen und versendet 31 Millionen Pakete. Das Unternehmen ist in 22 Ländern vertreten und verteilt jährlich mehr als 230 Millionen Kataloge. Im Vergleich zur Otto Group richtet sich bonprix an das preisbewusste Segment, wobei die Qualität stets auf hohem Niveau bleibt. Wie Geschäftsführer Ackermann betont: „Qualität ist keine Frage des Preises.“
Der digitale Wandel und die E-Commerce-Strategie
bonprix gehörte zu den ersten Unternehmen, die den Verkauf ins Internet verlagerten. Ende der 1990er-Jahre, als E-Commerce noch in den Kinderschuhen steckte, startete 1997 der Onlineshop bonprix.de. Anfang des 21. Jahrhunderts erfolgte weniger als die Hälfte der Bestellungen über den Katalog. Heute entfallen 50 % des Umsatzes auf den Online-Handel, während nur 3 % der Verkäufe in den eigenen Filialen stattfinden.
2019 startete bonprix in Hamburg ein Pilotprojekt für einen digitalen Retail-Store, der Online- und Offline-Shopping vereint. Dieses Konzept zog viel Aufmerksamkeit auf sich und wurde mehrfach ausgezeichnet.
Was macht bonprix besonders?
Die Webseite von bonprix wird monatlich von mehr als 7 Millionen Kunden besucht. Damit gehört das Unternehmen zu den fünf größten Online-Händlern Deutschlands.
Das Sortiment umfasst ein breites Spektrum an Modeartikeln – von Unterwäsche und Heimtextilien bis hin zu Designer-Kollektionen für Damen, Herren und Kinder. Besonders beliebt sind Kleider, Hemden und Blusen. Laut Ackermann sind die Bestseller weltweit ähnlich, nur die Vorlieben unterscheiden sich: „Mancherorts bevorzugt man kürzere Röcke und höhere Absätze.“
Nachhaltiges Wachstum und Produktion

bonprix bringt alle zwei Monate neue Kollektionen auf den Markt. Um Überproduktionen zu vermeiden, werden kleinere Chargen aus der Türkei oder Marokko bestellt. Wenn die Nachfrage steigt, werden zusätzlich Hersteller aus China und Bangladesch eingebunden. Dies erfordert jedoch große Bestellmengen.
Die Qualitätskontrolle erfolgt durch das Otto Group-Beschaffungsteam, während die Tochtergesellschaft Hermes für die Logistik verantwortlich ist. Dank dieser eingespielten Partnerschaften behauptet bonprix weiterhin seine starke Marktposition.