Gerti Daub Hollmann – die erste Schönheitskönigin Hamburgs

Wenn es um Make-up ging, erinnerte sich Gerti Daub Hollmann an die Worte ihres geliebten Mannes: „Du bist morgens genauso schön wie am Abend.“ Die Trägerin der Titel Miss Hamburg und Miss Photogenic Europe legte nie besonderen Wert auf ihr Gewicht und wollte immer ein Vorbild sein. Mehr zu hamburgka.eu.

Ein Blick auf ihre Biografie

Gerti Daub Hollmann wurde 1937 in Utrecht geboren und wuchs in Deutschland auf. Im Mai 1957 gewann sie den Titel Miss Hamburg – ein Ereignis, das, wie sie später sagte, ganz zufällig geschah. In dieser Zeit arbeitete sie als Schauspielerin bei der Filmgesellschaft Real-Film (später Studio Hamburg) und hatte eine Nebenrolle im Film Felix Krull mit Horst Buchholz. Ihr Vater, Heinrich B. Daub, arbeitete als Sanitärinstallateur am Set.

Eines Tages fragte ein Produzent Daub nach schönen Frauen in Hamburg. Der Vater antwortete, dass es sie gebe – und dass die schönsten drei seine eigenen Töchter seien.

Die Vorauswahl für den Wettbewerb Miss Hamburg fand im Curio-Haus statt. Zwei ihrer Filmkolleginnen waren so nervös, dass sie nicht einmal ihr Make-up entfernten. Gerti hingegen besuchte die Veranstaltung eher aus Neugier. Fotografen, die sie bereits als Model kannten, überredeten sie, sich auf den Laufsteg zu wagen. Unerwartet wurde sie ausgewählt.

Ihre Eltern erfuhren erst aus den Zeitungen von ihrer Teilnahme. In ihrer Familie herrschte eine strenge Erziehung, und Gerti hatte Angst, ihre Eltern zu verärgern. Nur ihre Tante Ida unterstützte sie – als ältestes Familienmitglied konnte sie Heinrich B. Daub schließlich überzeugen, Gerti nicht zu tadeln, sondern stolz auf sie zu sein.

Im Juni 1957 gewann Gerti Daub in Baden-Baden den Titel Miss Deutschland. Sie trat mit der Startnummer 13 an – eine Zahl, die sie später als ihr persönliches Glückssymbol betrachtete. Die schönste Frau Deutschlands wurde nicht nur von einer Jury, sondern auch vom Publikum gewählt. Gerti erhielt 316 Stimmen, 116 mehr als ihre engste Konkurrentin.

Deutsche Zeitungen verglichen sie mit Grace Kelly – aufgrund ihrer verblüffenden Ähnlichkeit zur Hollywood-Ikone. Andere Medien gaben ihr den Spitznamen „der Kühlschrank“ – eine Anspielung darauf, dass sie nicht bereit war, jeden Bewunderer zu küssen. Doch dieser Vergleich störte sie nicht. Im Gegenteil: Sie sah ihn als Kompliment.

Beim Festival der Eleganz und Schönheit in Baden-Baden wurde sie zur Miss Photogenic Europe gewählt und belegte beim Wettbewerb Miss Europa den dritten Platz.

Ihre Sicht auf das Leben und die Schönheit

Viele sahen in Gerti Daub die nächste Grace Kelly und ermutigten sie, eine Schauspielkarriere zu verfolgen. Doch sie wollte nicht nur eine Kopie eines Hollywoodstars sein. Zudem glaubte sie nicht, als Schauspielerin große Erfolge zu erzielen. 1958 heiratete sie den TV-Moderator Karl-Heinz Hollmann und konzentrierte sich auf ihr eigenes Unternehmen – ein Schönheitssalon in Hamburg.

Gerti Daub Hollmann führte eine glückliche Ehe. Nach dem Tod ihres geliebten Mannes im Jahr 2004 zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. In einem Interview sagte sie, dass diese Welt sie nicht mehr interessiere.

Trotzdem nahm sie an einem Treffen ehemaliger „Miss Deutschland“ teil. Sie fand die Veranstaltung interessant, wenn auch etwas stressig – besonders wegen Make-up und Frisuren. Make-up, so Gerti, sei lediglich dazu da, Gesichtszüge zu betonen oder weicher zu machen, aber nicht, um sich so stark zu verändern, dass man sich im Spiegel nicht mehr erkenne.

....