Die Hauptfrauenorganisation Hamburgs

Der Feminismus hatte in jedem Land eine eigene Geschichte. Egal, wie er sich entwickelte, Frauenorganisationen waren immer der wichtigste Rückhalt im Kampf um Frauenrechte. Die bedeutendste Frauenorganisation Hamburgs ist der Landesfrauenrat Hamburg. Unter ihrem Dach vereint sie 60 verschiedene Vereine und Organisationen, die sich für Frauenrechte einsetzen. Mehr dazu auf hamburgka.eu.

In schwierigen Zeiten

Zum ersten Mal begannen Frauenvereinigungen während des Ersten Weltkriegs zusammenzuarbeiten. Zu dieser Zeit existierten in Hamburg bereits kleinere Frauenorganisationen. Um sich gegenseitig zu unterstützen und ihren Einfluss zu stärken, schlossen sie sich zusammen. 1916 entstand die „Städtische Vereinigung der Frauenorganisationen Hamburgs“.

Das Hauptziel der Vereinigung war es, Frauen über ihre Rechte aufzuklären und sie zu ermutigen, dafür zu kämpfen. Zu jener Zeit war die Rolle der Frau auf Ehe und Haushalt beschränkt. Politik interessierte nur wenige Frauen, und Frauenliteratur mied solche Themen. Dennoch begannen einige Frauen im frühen 20. Jahrhundert, sich eigenständig für Politik zu interessieren. Die Vereinigung existierte bis 1933, als die Nationalsozialisten an die Macht kamen und alles änderten.

Nach dem Krieg gründeten Frauen erneut Organisationen wie den „Hamburger Frauenring“ und das „Hamburger Frauenkomitee“. Beide agierten jedoch strikt im rechtlichen Rahmen, was eine Vereinigung zu einer gemeinsamen Organisation verhinderte. Erst 1949, nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde die „Arbeitsgemeinschaft Hamburger Frauenorganisationen“ gegründet, die später zum Landesfrauenrat Hamburg wurde. Diese Arbeitsgemeinschaft setzte sich dafür ein, andere Frauenorganisationen zusammenzuführen. Neben lokalen Partnern arbeitete sie eng mit dem Deutschen Frauenrat zusammen.

Zu den ersten Mitgliedern des Rates gehörten politische Organisationen, was einen erheblichen Einfluss auf rechtliche Ungerechtigkeiten ermöglichte. Es war immer schwierig, Frauenrechte auf gesetzlicher Ebene zu verankern, doch dies war eine vorrangige Aufgabe. Politische Neutralität und Unabhängigkeit waren jedoch stets zentrale Prinzipien des Frauenrates. Im Arbeitsprozess war es ihnen wichtig, sich ausschließlich für Frauenrechte einzusetzen und unabhängig und unparteiisch zu bleiben.

Ehrung für besondere Leistungen

2008 rief der Frauenrat den „Hammonia-Preis“ ins Leben. Mit diesem Preis werden besonders engagierte Frauen ausgezeichnet, die viel zur Gleichstellung der Frauenrechte beigetragen haben. Geehrt werden sowohl ehrenamtlich Tätige als auch Frauen, die beruflich für dieses Ziel arbeiten. Zu den Preisträgerinnen gehörten unter anderem Julia Dingwort-Nusseck (Wirtschaftsjournalistin), Lore Peschel-Gutzeit (Politikerin) und Helga Kutz-Bauer (Schriftstellerin, Historikerin, Politikerin).

Von 1985 bis 2014 gab es zudem den „Lemon Jette Prize“ des Frauenrates. Diese Auszeichnung erhielten zahlreiche Frauen aus unterschiedlichen Berufsfeldern, die sich für Frauenrechte eingesetzt haben. Zu den Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Hamburger Frauenorganisationen gehörten bedeutende Persönlichkeiten wie Lore Peschel-Gutzeit, Wiltrud Relin und Margarete Teichner.

Die wichtigste deutsche Frauenorganisation

Der Deutsche Frauenrat ist die wichtigste Organisation, die sich für Frauenrechte in der politischen Sphäre einsetzt. Er agierte unter der Schirmherrschaft des Bundes Deutscher Frauenvereine, der 1894 gegründet wurde. Aufgrund politischer Unruhen in Deutschland musste die Organisation zeitweise ihre Tätigkeit einstellen. 1951 gründeten 14 bundesweite Frauenorganisationen den „Informationsdienst für Frauenfragen“. Diese Organisation wurde auch international anerkannt.

Zunächst waren Mitglieder des Informationsdienstes nur Vertreterinnen der Organisationen, nicht die Organisationen selbst. Der Informationsdienst trug wesentlich zur Versöhnung liberal-bürgerlicher und sozialistischer Frauenbewegungen bei. Der Deutsche Frauenrat ist Mitbegründer des Europäischen Frauenlobby in Brüssel, wird im Bundestag anerkannt, hat beratenden Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen und vertritt deutsche Fraueninteressen bei Women20.

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