Hochzeitskleider und Traditionen in Hamburg im 20. Jahrhundert

Hochzeitszeremonien sind oft voller Traditionen und glücklicher Momente. Sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, und jede Familie hat ihre eigenen Geschichten, die sie ihren Enkeln erzählt. Auch in Hamburg gibt es viele verschiedene Hochzeitsbräuche, wie das Ablegen von Gelübden, das Anstecken von Ringen oder die Wahl des Hochzeitskleides. Natürlich unterscheiden sich manche Traditionen je nach Region Deutschlands und tragen oft unterschiedliche Namen. Mehr dazu auf hamburgka.eu.

Traditionen im 20. Jahrhundert

In Hamburg gehört die Verlobung zu den wichtigsten Momenten der Hochzeitsvorbereitungen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts durfte ein Paar erst nach der Verlobung öffentlich zusammen auftreten. Verabredungen ohne eine solche Eheschwüre waren tabu. Zur Verlobung schenkte der Mann einen Ring. Der Diamant war damals wie heute der beliebteste Edelstein, da er Reinheit und Beständigkeit symbolisiert.

Was das Hochzeitsdatum betrifft, so glaubte man in Hamburg, dass eine Ehe glücklicher ist, wenn sie bei zunehmendem Mond geschlossen wird. Ein abnehmender Mond könne das Glück mindern. Auch die Uhrzeit der Trauung war wichtig: Sie sollte bei Sonnenaufgang oder spätestens bis Mitternacht stattfinden.

Ein unverzichtbares Element jeder Hochzeit war die Torte. Jede Schicht symbolisierte eine bestimmte Lebensphase. Es gibt einen Brauch, dass derjenige, der beim Anschneiden der Torte die Hand oben auf das Messer legt, in der Ehe das Sagen hat. Außerdem gab es den Hochzeitsbecher, der Treue, Glück, Liebe und Hoffnung symbolisierte. Der Bräutigam trank aus dem großen Becher, die Braut aus dem kleinen. Mit der Zeit wurden die Becher durch elegante Gläser ersetzt.

Ein weiterer Brauch, der bis heute erhalten ist, ist das Werfen des Brautstraußes. Diese Tradition stammt aus der Renaissance und kam später nach Hamburg. Seit dem 20. Jahrhundert bringt der Bräutigam den Strauß zur Kirche und überreicht ihn dort. Beim Hochzeitsfest wirft die Braut den Strauß blindlings in die Menge unverheirateter Frauen, und diejenige, die ihn fängt, soll nach der Tradition die nächste Braut werden. Am Abend trägt der Bräutigam seine Frau über die Schwelle, um sie vor bösen Geistern zu schützen, die sich unter der Türschwelle verstecken sollen.

Hochzeitskleidung in Hamburg

In den 1920er Jahren begann sich die Hochzeitmode in Hamburg zu verändern. Der Charleston-Stil mit schmalen, geraden Schnitten wurde modern. Hochzeitskleider hatten oft einen Schlitz, der die Beine freilegte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Mode zurückhaltender, da sich die Stadt langsam wiederaufbaute. In den 1950er Jahren trugen Bräute oft ausgestellte Röcke. Mit der Erfindung des Minirocks wurden die Kleider in den 1960er Jahren kürzer, bis in den 1980er Jahren lange Kleider mit Schleppe und Stickereien wieder in Mode kamen.

Im Laufe der Jahre wurde die Herstellung von Hochzeitskleidern in Hamburg erschwinglicher. Immer mehr Frauen konnten sich ein eigenes Kleid leisten, das zum zentralen Symbol der Hochzeit wurde. Das Kleid sollte traditionell weiß sein, um Reinheit und Zartheit zu symbolisieren, obwohl auch cremefarbene Töne beliebt waren. Der Bräutigam trug in der Regel einen schwarzen Anzug. Für Frauen, die dunkle Farben nicht mochten, war es in Hamburg üblich, den Bräutigam in einem weißen Anzug zu sehen – eine Farbwahl, die heute oft für informelle Hochzeiten im Garten oder am Strand verwendet wird.

Zum Outfit der Braut gehörte auch ein Schleier, der die Reinheit ihrer Absichten symbolisierte, mit denen sie den Bund der Ehe einging. Zudem trug die Braut ein Strumpfband, das als Symbol des Glücks galt und vom Bräutigam mit seinen Freunden geteilt wurde. Traditionell fanden Hochzeitsfeiern in Hamburg in Restaurants an der Elbpromenade statt. Mit Blick auf die Elbe konnten sich die Gäste entspannen und das Fest genießen. Für extravagante Hochzeiten war das „East Hotel“ ein beliebter Ort.

Viele interessante Veränderungen bei Hochzeitskleidern und Traditionen fanden in Hamburg im 20. Jahrhundert statt. Diese können in Modemagazinen der damaligen Zeit nachverfolgt werden. Doch vieles davon ist auch heute noch Teil der Hochzeitskultur in Hamburg. Frauen legen Wert darauf, familiäre Traditionen zu bewahren, und bringen diese in ihren besonderen Tag ein – den romantischsten Moment, von dem jede Frau träumt.

....