Hamburg ist längst eines der wichtigsten Medienzentren Deutschlands. Hier haben große Verlage und Redaktionen beliebter Zeitschriften ihren Sitz, die die Medienlandschaft der Stadt und des ganzen Landes prägen. Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei Frauenzeitschriften ein, die Themen wie Gesundheit, Familie, Beauty und Psychologie behandeln.
Ein echtes Aushängeschild der Hamburger Medienwelt ist die Zeitschrift „Brigitte“. Das Magazin wird seit Generationen von Frauen gelesen und ist für viele eine ständige Inspirationsquelle. Weitere Details zum Magazin finden sich auf der Website Hamburgka.
Der Weg von Berlin nach Hamburg
Die Erfolgsgeschichte der „Brigitte“ begann eigentlich mitten in Berlin. Zunächst muss man jedoch ihren Vorgänger erwähnen, der bereits 1886 unter dem Namen „Dieses Blatt gehört der Hausfrau!“ erschien. Gegründet wurde das Magazin von dem Berliner Friedrich Schirmer. Die damalige Ausgabe bot Tipps zu Gartenarbeit, Gesundheit und Kochen. Daneben gab es historische Artikel, wissenschaftliche Notizen, Gedichte und sogar Fortsetzungsromane.
Im Jahr 1905 verkaufte Schirmer das Heft an den Ullstein Verlag. Dieser kürzte den Titel 1914 schlicht auf „Blatt der Hausfrau“. Die Frauen liebten die neuen Ausgaben. Das Magazin hielt sich jahrzehntelang auf dem Markt und wurde erst im Oktober 1944 kriegsbedingt eingestellt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Publikation wiederbelebt. Im Jahr 1952 ergänzte man den Titel um den Namen „Brigitte“, und im Mai 1954 verschwand der alte Name endgültig – es blieb nur noch „Brigitte“. Das war die Geburtsstunde des allseits bekannten Magazins. 1957 zog die Redaktion zum Constanze-Verlag nach Hamburg.
In den Anfangsjahren spiegelte das Heft noch das klassische Rollenbild wider: Die Hausfrau als Hüterin der Familie, die für das Wohl von Ehemann und Kindern sorgt. Doch unter der Leitung der Verlegerfamilie Jahr wandelte sich das Konzept schrittweise. Aus dem traditionellen Familienblatt wurde ein modernes Frauenmagazin, das sich zunehmend mit beruflicher Verwirklichung und dem echten Leben beschäftigte.
Ab 1965 erschien die Zeitschrift im Verlag Gruner + Jahr, der Hamburg zu seinem Hauptsitz machte. Hier entstand eine neue redaktionelle Ausrichtung, die „Brigitte“ zu einer der einflussreichsten Frauenzeitschriften in der deutschen Presselandschaft machte.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts löste sich „Brigitte“ endgültig vom reinen Hausfrauen-Image. Die Redaktion veröffentlichte immer mehr Artikel über Gleichberechtigung, berufliche Verwirklichung, psychische Gesundheit, bewusste Mutterschaft, finanzielle Unabhängigkeit und Selbstliebe. Das Magazin packte auch Tabuthemen an: Es wurde über Abtreibung, häusliche Gewalt und Missbrauch geschrieben. Gleichzeitig stieß die Zeitschrift politische Debatten an, etwa zur Kinderbetreuung für berufstätige Mütter. Genau durch das Aufgreifen solch brisanter gesellschaftlicher Themen erlangte das Magazin weit über die Grenzen Hamburgs hinaus Kultstatus.
Themenvielfalt und die Magazin-Revolution
Für ihre Arbeit lässt sich die Redaktion gerne von der Hamburger Atmosphäre inspirieren – vom Leben der Einheimischen, den Traditionen und dem Trubel im Hafen. Die Inhalte spiegeln das echte Leben in der Großstadt wider: Karriere, Familie, mentale Gesundheit und Beauty.

Die Themenschwerpunkte der „Brigitte“ im Überblick:
- Mode und Stil
- Psychologie und Partnerschaft
- Karriere, Finanzen und Female Leadership
- Gesundheit
- Ernährung und Rezepte
- Frauenschicksale, gesellschaftliche Themen und öffentliches Leben
- Politik
- Reisen
- Living und Wohnen
- Lifestyle
Mit diesem breiten Themenspektrum deckt das Magazin alle Lebensbereiche ab und bietet spannende Informationen, Unterhaltung und wertvolle Ratschläge. Die Beiträge reichen von Beauty, Kochen, Abnehmen und Beziehungen bis hin zu harter Politik, Kultur und Wirtschaft. Zudem glänzt die „Brigitte“ mit exklusiven Interviews und Porträts internationaler Stars. Jede Reportage besticht durch einen starken journalistischen Anspruch.
Ein besonderer Meilenstein in der Geschichte des Magazins war eine Entscheidung im Jahr 2010: Die Redaktion verzichtete fortan auf professionelle Models bei Fotoshootings und setzte stattdessen auf „ganz normale“ Frauen. Als die damaligen Chefredakteure Andreas Lebert und Brigitte Huber diesen Schritt verkündeten, bemängelten Kritiker zwar, dass sich die Amateur-Models optisch kaum von Profis unterschieden – insgesamt wurde die Initiative jedoch extrem positiv aufgenommen.
Auf den Seiten der „Brigitte“ sah man plötzlich keine ausgehungerten Models mehr, sondern lächelnde Studentinnen, Ärztinnen, Anwältinnen und ganz alltägliche deutsche Frauen. Das Projekt lief zwei Jahre lang und bewies eindrucksvoll: Natürlichkeit wird weit mehr geschätzt als künstlicher Hochglanz.
Der heutige Stand
Auch heute noch wird die „Brigitte“ in der Hamburger Redaktion produziert. Zum 60-jährigen Jubiläum der Marke ließ sich der Verlag eine Innovation einfallen: Erstmals wurde das Frauenmagazin auch im Pocket-Format gedruckt. Zudem wurden mehrere neue Sonderhefte und Line-Extensions angekündigt.

Im März 2025 verkaufte Gruner + Jahr die „Brigitte“ an die Funke Mediengruppe. Unter der neuen Führung erscheint das Magazin weiterhin und bewahrt dabei seine redaktionelle Unabhängigkeit. Ein enorm wichtiger Pfeiler ist heute die digitale Präsenz der Marke, zu finden unter brigitte.de. Das Magazin bleibt für viele Frauen eine feste Größe – auch wenn es, wie die gesamte Printbranche, mit sinkenden Auflagen zu kämpfen hat.
Zahlen und Fakten im Überblick
| Kennzahl | Daten |
|---|---|
| Name | „Brigitte“ |
| Gründungsjahr | 1886 (seit 1954 „Brigitte“) |
| Stadt | Hamburg |
| Verlag | Funke Mediengruppe (seit 2025) |
| Themen | Mode, Familie, Beauty, Gesundheit |
Fazit: Die „Brigitte“ ist weit mehr als nur ein gewöhnliches Frauenmagazin. Sie ist ein kultureller Medienraum, der das Bild der modernen Hamburger Frau über Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat. Selbst im Zeitalter der Digitalisierung inspiriert die Zeitschrift weiterhin Millionen von Leserinnen in der Stadt und im ganzen Land – und bleibt dabei stets ihren Hamburger Wurzeln treu.
Джерела:
- https://www.funkemedien.de/de/presse/funke-uebernimmt-brigitte-gala-und-eltern-von-rtl-deutschland
- https://www.ndr.de/geschichte/Brigitte-auch-mit-60-weit-weg-von-der-Rente,brigitte150.html
- https://www.welt.de/kultur/medien/article255775698/Verkauf-von-Zeitschriften-Warum-Bertelsmann-die-Brigitte-nach-Essen-schickt.html
- https://www.ikiosk.de/shop/epaper/brigitte.html
- https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/rtl-zeitschriften-gala-brigitte-100.html